Moos

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Vor einiger Zeit habe ich versprochen, etwas über Farne, Flechten und Moose zu schreiben. Ich beginne heute erst einmal mit Moos. Moos ist wohl eine ausgesprochen unauffällige Pflanze – allgemein betrachtet.

Was ist „Moos“ eigentlich botanisch gesehen?

Moose gehören zu den sogenannten Bryóphyta. Wir haben es mit grünen Landpflanzen zu tun, die allerdings keine echten Wurzeln besitzen, sondern lediglich wurzelähnliche Gebilde, die Rhizoide genannt werden. Diese wurzelähnlichen Gebilde geben der Pflanze halt, sie sind aber auch für die Ernährung zuständig.

Wir unterscheiden zwischen Laubmoosen und Lebermoosen.

Laubmoose

Hier haben wir es mit den „echten“ Moosen zu tun. Sie besitzen einen Stängel und Blättchen, die manchesmal sogar mit einer Blattrippe versehen sind. Sie haben eine gestielte Sporenkapsel, die sich durch Abwerfen eines Deckels öffnet.

Bei den Laubmoosen finden sich drei unterschiedlich aussehende Gruppen,

  • gipfelfrüchtige
  • seitenfrüchtige
  • Torfmoose

Diese Moosarten werden zwischen 2 und 6 cm hoch und kommen meist auf Waldböden vor – Ausnahme sind natürlich die Torfmoose. Sieht man sich im Wald ein wenig um, fallen meist mindestens drei bis vier unterschiedliche Moosarten ins Auge. Aber allein in unseren Wäldern gibt es sagenhafte 20 – 24 Unterarten!

Bei den Torfmoosen finden sich lediglich – lt. Literatur – drei unterschiedliche Arten.

Lebermoose

Auch von den Lebermoosen gibt es einige Unterarten. Sie kommen überwiegend an feuchten Standorten vor und sind eher spärlich gesät.

Diese Moose können sogar „wiederbelebt“ werden, auch wenn sie monatelang einer Trockenperiode ausgesetzt waren.

 

Alle Moose leben auf Waldböden, in Moorgebieten und oftmals auch auf Bäumen (Wetterseite!) und auf Steinen, am liebsten dort, wo es dunkel und ein wenig feucht ist. Moose gehören auch zu den Pionierpflanzen – mit ihren abgestorbenen Pflanzenteilen bilden sie Erde, die später anderen Pflanzen als Nährboden dienen kann.

Moos hat auch die Eigenschaft, sich wie ein Schwamm mit Wasser vollzusaugen – das wiederum ist wichtig für die Wasserversorgung des Waldes in Trockenzeiten…

Übrigens: Islandmoos gehört NICHT zu den Moosen, es handelt sich dabei um eine FLECHTE!

Moos im Garten

Also im Steingarten darf Moos nicht fehlen. Im Rasen mag man es meist nicht. Obwohl: besser man hat einen moosigen Boden als braune Erde, denn oftmals kann das Gras nicht so gut gedeihen, weil es unter einem schattigen (trockenen) Baum nicht so gern will, aber Moos – dem ist das ziemlich egal!

Ich hatte mal eine Wiese in einem Teil meines Gartens, die wurde aber durch des Nachbarn Bäume mit der Zeit immer mehr beschattet. Und nun bin ich über den moosigen Boden, der sich dort eingenistet hat, ziemlich froh, denn so ist der Bereich wenigstens grün geblieben.

Inhaltsstoffe der Moose (allgemein)

In den unterschiedlichen Moosen findet man jedenfalls Flavonoide, phenolische Verbindungen (beispielsweise Zimtsäure u.a.), Lignane, sowie ätherische Öle, die Moosen ihre antimikrobielle Wirkung verleihen. Moos kann also als keimtötend angesehen werden. Diese Eigenschaft hat sich auch die Volksheilkunde zunutze gemacht:

Traditionelle Anwendungsmöglichkeiten

  • Torfmoos wurde im 2. Weltkrieg und auch schon lange davor als Wundkompresse eingesetzt.
  • Menstruationsbinden (siehe auch mein Buch „Ich bin Königin meiner Hormone“, Seite 71)
  • Moos war das Toilettenpapier des Altertums und bis ins Mittelalter hinein gebräuchlich
  • Nordamerikanische Indianer stellten Salben aus Moosen für die Wundversorgung her
  • Auch Lebermoos war in Europa für die Wundversorgung zumindest aus der Römerzeit her bekannt
  • In der TCM werden für unterschiedliche Erkrankungen ca. 40 verschiedene Moosarten eingesetzt.

Rezept für eine Moos-Salbe aus meiner „Schatzkiste“

1 Moospolster, ca. 5×5 cm – bitte die Erde auf der Unterseite entfernen!
50 ml Mandelöl
50 ml Jojobaöl
damit einen warmen Ölauszug herstellen. Danach gut abseihen und mit
ca. 5 g Bienenwachs und
5 g Lanolin anhydr. zur Salbe rühren.
Ich gebe zum Schluß – vor dem Erkalten – noch 10 Tropfen Wacholderöl dazu. Die Salbe bitte nur rund um die Wunde auftragen (Ausnahme: Schürfwunde, da darf man auch darübercremen).

 

 

 

 

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