Der Duft unserer Wälder

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Gerade jetzt im beginnenden Winter ist ein Spaziergang im Wald etwas, das uns Kraft und Frische schenkt. Und was benötigen wir mehr, als einen Treibstoff für unser Immunsystem? Und ganz besonders die Nadelbäume haben es mir in dieser winterlichen Zeit angetan.

Wenn wir einen Blick auf unsere Wälder werfen, so ist hier die Fichte – neben der Schwarzkiefer (Föhre) – einer der wichtigsten Bäume darin. Sehen wir uns diese beiden Baumarten einmal genauer an, so sehen wir, dass ihre Wuchsformen, ihre Bedürfnisse völlig unterschiedlich geartet sind.

Die Fichte (Picea abies)

Fichten sind  hochwachsende  Bäume,  sie  wachsen  rasch, meist recht dicht. Sie können eine Höhe bis zu etwa 60 m und einen Stammdurchmesser bis zu 150 cm erlangen.

Fichten sind Flachwurzler – und dennoch können sie eine große Höhe und auch ein hohes Alter – bis zu 400 Jahre! – erreichen.

Ihr Holz ist hell und eher weich und eignet sich hervorragend für Möbelbau. Die Rinde ist schuppig und rötlich-braun. Das Erkennungsmerkmal: ihre Zapfen hängen nach unten, wenn sie ausgereift sind. Die Nadeln – es handelt sich ja eigentlich um Blätter – stehen rund um die Zweige und sie sind ziemlich spitz, was eine Fichte z.B. als Weihnachtsbaum für den Schmückenden immer zu einer Herausforderung macht.

In den letzten Jahrzehnten wurden Fichtenbestände leider stark durch den Borkenkäfer geschädigt und die zunehmenden Stürme haben in Fichtenwäldern oftmals verheerende Schäden angerichtet.

Interessant ist, dass Fichten in früheren Zeiten als eine jener Baumarten galt, die Krankheiten von Menschen übernehmen („wenden“) konnten. Für Hildegard von Bingen war die Fichte das Sinnbild der Kraft. Und bei Pfarrer Kneipp findet man viele Hinweise auf die gesundheitsunterstützende Wirkung des Fichtenharzes.

Die Fichte ist ein Symbol für’s Überleben! Ich schätze besonders auch den Duft des ätherischen Öls. Es hilft bei Atemwegserkrankungen, aber auch bei rheumatischen Beschwerden. Und es mindert Fußgeruch (z.B. in einem Fußbad oder einer Fußsalbe). Auch luftreinigend wirkt es, besonders durch die enthaltenen Monoterpene und duftenden Ester.

Fichten sind sehr harzreich.

 

Die Schwarzkiefer (Pinus nigra)

Die Föhre (Pinus sylvestris) und die Schwarzkiefer sind enge Verwandte. Ihre Wirkweise auf unsere Psyche und auch körperlich ist quasi ident.

Vor mehr als 10.000 Jahren war Europa fast zur Gänze von Kiefernwäldern bedeckt. Sie gehörten sozusagen zu den damaligen Pionierpflanzen. Gerade in meiner Umgebung – im Wiener Becken – wurden ausgedehnte Föhrenwälder im sogenannten Steinfeld angelegt, und zwar auf Anregung von Kaiserin Maria Theresia. Kiefern sind relativ anspruchslose Gewächse. Und sie sind wichtig als Helfer gegen Luftverschmutzung.

Wie man auch auf dem Bild sehen kann, sind die Nadeln der Kiefern um einiges länger als jene der Fichten (bis zu 7 cm lang). Außerdem stehen sie paarig, immer zu zweit, in Büscheln an den Zweigen, und auch sie sind sehr spitz. Bei den Föhren gibt es auch einige spezielle Formen, wie z.B. die Schirmföhre, deren Stamm ziemlich kahl nach oben strebt, die Krone ist dafür aber breit ausladend.

Föhren und Kiefernarten gehören ebenfalls zu den häufigsten Baumarten hier in unseren Breiten. Sie sind schnellwüchsig und können bis zu 50 m hoch werden. Und auch sie können sehr alt werden, oftmals noch älter als die Fichten, so um die 600 Jahre. Die Borke ist in jungen Jahren glatt und graugelb, später dann bilden sich braunrote grobe Schuppen. Die typischen Bockerln stehen oft richtig Büschelweise an den Ästen.

Auch hier gibt es ätherische Öle – es würde diesen Beitrag sprengen, wenn ich auf jedes Kiefernöl näher eingehen wollte. Wichtig ist hier aber auch der extrem hohe Harzgehalt des Holzes.

 

Waldgänge

„Waldbaden“ ist in aller Munde – ich nenne es lieber Waldspaziergänge oder Waldgänge, so wie es in unserer Familie immer schon die Waldausflüge gegeben hat. Ein genüsslicher Spaziergang durch den Wald kann uns helfen, auch in trüben Zeiten wieder Kraft und Zuversicht zu tanken! Probieren Sie es doch einfach einmal aus, ganz bewußt in einen Nadelwald zu wandern und vielleicht sogar unter einer Kiefer, Tanne oder Fichte eine zeitlang zu verweilen – dabei tiefe Atemzüge zu machen – und Sie werden gestärkt und erfrischt nach Hause zurückkehren!

 

Bedeutung im Jahreskreis

Fichten, Kiefern und Tannen haben im Jahreskreis vor allem um die Wintersonnenwende eine besondere Bedeutung. Man hat schon lange, bevor man Christbäume oder Adventkränze kannte, grünes Astwerk in die Stuben gebracht. Das Grün symbolisiert vor allem das Überleben in dieser Phase der Finsternis. Grün als die Farbe des Lebens gemeinsam mit den Kerzen am Adventkranz oder am Christbaum ist das Urvertrauen der Menschen darein, dass die helle und lebensspendende Zeit bald wieder zurückkommen wird.

 

(Mehr und Interessantes zum Thema „Jahreskreis“ finden Sie auch auf der Seite kultkraftplatz.com von Michaela Schara.)

Ich erlaube mir, hier auch darauf hinzuweisen, dass unser Verein „KräuterKraftKreis“ ganz neu dazu in der Lage ist, auch Mitglieder aufzunehmen. Als Mitglied haben Sie einige Vergünstigungen, so auch die Möglichkeit, zu diesem Thema den Link zu einem Webinar kostenlos zu konsummieren.

 

 

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