Farne

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Die wundersame Welt der Farne hat mich als Kind sehr fasziniert. Irgendwie hatte ich immer den Eindruck, es würden unter den großen, langen Farnwedeln Zwerge ihre Wohnungen haben, gut versteckt vor meinen Blicken. Da liegst dann auf dem Bauch auf der Suche nach den kleinen Wesen – und du kannst sie nicht sehen. Nicht wirklich jedenfalls. Aber in der Phantasie – da gibt und gab es sie ja doch!

Farne haben einen angestammten Platz in der Volksheilkunde. Zumindest einige. Die wollen wir uns heute einmal näher anschauen.

 

Wurmfarn (Aspidium filix mas., auch Dryopteris filix)

Der Wurmfarn mit seinen langen Wedeln, die auf der Unterseite die Samenkörnchen (Sporen) tragen, wächst in Laubwäldern, aber auch in Nadelwäldern, man findet ihn auf Holzschlägen und ich hab eine Pflanze auch in meinem Garten gefunden (hätte ich nie vermutet!). Seine Blätter sind gefiedert und können gut 1 m lang werden.

Der Wurzelstock des Wurmfarns ist schuppig und dick und bis zu 1/2 m lang.

Volksheilkundlich wird die Wurzel verwendet, man gräbt den Wurzelstock im Herbst, trocknet ihn und pulverisiert ihn. Dieses Pulver wurde gegen Bandwürmer eingenommen. Ich würde das heute allerdings nicht mehr versuchen, denn ganz so ohne ist der Wurmfarn nun doch nicht! Heute werden lediglich homöopathische Präparate in Potenzen von D3 bis D6 verwendet, und zwar nicht nur gegen Bandwürmer, sondern auch bei Schädigungen des Sehnervs.

Eine andere Verwendung war, die Wedel zu trocknen und unter das Leintuch ins Bett zu legen, um sich gegen rheumatische Beschwerden und Hexenschuss zu helfen.

Mit Hilfe einer Tinktur aus den jungen, eingerollten Trieben kann man sich auch äußerlich bei rheumatischen Schmerzen helfen. Man könnte auch ein paar Tropfen der Tinktur ins Badewasser geben. Nach seiner Signatur ist er der Wirbelsäule zugeordnet.

 

Hirschzungenfarn (Scolopendrium officinarum)

Der Hirschzungenfarn fällt durch seine ungefiederten Blätter auf. Sie sind zungenförmig (daher auch sein Name), am Rand glatt und oft auch ein wenig gewellt. Die Blätter werden nur ca. 30cm lang.

Diese Farnart kommt vor allem an feuchten und schattigen Stellen vor, oftmals sogar im Inneren alter Brunnen, aber auch in Felsschluchten und Klammen.

Volkeheilkundlich wurde der Hirschzungenfarn als Tee oder Wein eingenommen und diente als wassertreibendes Mittel vor allem bei Blasenleiden. Mischt man den Tee mit Honig, so hilft er auch bei Bronchitis und starkem Husten.

Hirschzungenfarn ist nicht giftig. Das homöopathische Mittel kann die Lymphe unterstützen, wenn man unter Fieber leidet. Es wird auch als Nervenheilmittel eingesetzt.

Wir haben die Möglichkeit, aus den Blättern ein Elixier zur Unterstützung unseres Immunsystems herzustellen. Dazu bereiten wir einen Wein nach Hildegard v. Bingen zu: Man kocht das Hirschzungen-Blattwerk in ca. 1/2 Liter Wein (weiß oder rot ist gleich), danach abseihen und mit etwas Zimt und Honig mischen (nach Geschmack kann man auch eine Prise Pfeffer dazugeben), nochmals aufkochen und in Flaschen füllen. Man nimmt davon 3x täglich je ein Stamperl zu den Mahlzeiten.

 

Engelsüß (Polypodium vulgare)

Auch das Engelsüß gehört zu den Farnen. Optisch ähnelt es dem Wurmfarn, aber die Wedel werden nicht so lang. Bekannt ist das Engelsüß auch als Tüpfelfarn. Seine Wedel bleiben auch im Winter grün. Der Tüpfelfarn wächst gerne auf alten Baumstrünken, aber auch auf Mauern und Felsen, im Gebirge bis in Höhen von ca. 2000 m.

Der Wurzelstock des Engelsüß ist volksheilkundlich als Hustenmittel und gegen Bronchialkatarrh verwendet worden. Er schmeckt süßlich und wird als Tee eingenommen. 3 Esslöffel Wurzeln für eine große Tasse, heiß übergießen, ca. 5 Minuten ziehen lassen und dan in kleinen Schlucken trinken.

Vorsicht bitte, auch das Engelsüß ist – wie der Wurmfarn -leicht giftig und nicht für Kleinkinder geeignet!

 

Viele Informationen zu Farnen, aber auch zu Bärlapp, Schachtelhalm, Flechten und Moosen findet man im Buch von Renato Strassmann „Urpflanzen“, erschienen im Freya-Verlag. Blick ins Buch (klick).

 

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