Frühlingsgefühle und warmer Wind

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Februarbeginn

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Beim Lesen des aktuellen Blogbeitrags meiner Freundin Michaela Schara auf ihrer Seite KultKraftPlatz über den Februar stellen sich doch tatsächlich Frühlingsgefühle ein! Sie schreibt wieder viel Wissenswertes zum Thema (klick!) und ich kann Ihnen nur empfehlen, diesen Beitrag zu lesen!

Ein etwas älterer Beitrag zum Jahreskreisfest Imbolc (Maria Lichtmess) finden Sie auch auf meiner KräuterKraftKreis-Seite – er stammt von Manuela Stricker (klick!).

 

 

 

Föhn und Warmlufteinbruch

Das relativ warme fönige Wetter macht in der Natur ebenfalls Frühlinsstimmung… Das ist um diese Jahreszeit leider nichts Neues! Solche Jahre hatten wir früher auch schon – nur war uns da oftmals nicht bewußt, was das für die Natur bedeutet. Ich erinnere mich an den Jänner/Februar des Jahres 1973, als ich mit meinem damaligen Mann in früh-schwangerem Zustand auf der Rax zum Klettern war. Bacherlwarm war’s und sonnig und kein Schnee…

Wie kommt es dazu, dass wir diese Warmluftperioden oft mitten im „strengen“ Winter haben?

Ich habe mich dazu ein wenig schlau gemacht (d.h., ich habe Kurt befragt 🙂 ) und habe folgende Erklärung dazu erhalten:

Zuerst ist dafür einmal nötig, dass es ein Tiefdruck- und ein Hochdruckgebiet gibt. Dadurch entsteht Wind – es strömt die Luft immer vom Hochdruck- ins Niederdruckgebiet, denn die Natur möchte sich immer ausgleichen.

Ringelspiel oder Nachlaufen?

Ein Hochdruckgebiet dreht sich immer nach rechts, ein Tiefdruckgebiet dreht sich immer nach links – das können Sie auch aus den verschiedenen Wetterkarten anhand der Pfeile erkennen.
(Rechts = Uhrzeigersinn, Links = gegen den Uhrzeigersinn.)

Dort, wo sich diese beiden Gebiete berühren, richten sie sich in die gleiche Strömungsrichtung aus.

Und jetzt?

Zur Zeit befindet sich das Hochdruckgebiet über dem Mittelmeerraum, das Tiefdruckgebiet im Norden. Das bedeutet, dass die Kaltluft vom Atlantik und die Warmluft aus dem Mittelmeerraum einen starken Westwind erzeugen. Die Warmluft bringt meist – so wie aktuell – Feuchtigkeit mit sich, die Kaltluft kühlt sie ab und die Warmluft kondensiert. Der Effekt ist Regen!

Und die Föhnlage?

Der Wind streift (derzeit) nordwestlich über die hohen Berge ins Tal und dadurch entsteht gerade eben eine Nordwest-Föhnwetterlage. Föhn kann es übrigens zu jeder Jahreszeit geben. Der Name kommt vom lateinischen Wort „favonius“ (= „Frühlingswind“). Im Frühling nennt man diesen Wind auch „Schneefresser“ – und das macht er gerade auch… 😉 … zum Leidwesen der Schifahrer.

Der warme und feuchte Wind kommt ans Gebirge (das ist im irgendwie im Weg), er steigt über die Luvseite auf und kühlt sich dabei ab. Jetzt kondensiert unsere Luftströmung, es regnet oder schneit. Durch das Absinken der Luftströmung an der Leeseite der Berge herunter erwärmt sich die Luft sehr stark, wird dadurch schwerer und sinkt rasch ab. Der Wind wird immer wärmer und stärker, er kann jetzt sogar Sturmstärke erreichen. Und in niederen Lagen haben wir daher derzeit Temperaturen wie im Frühling!

Ein sichtbares Zeichen für Föhn sind übrigens die typischen Wolken: die sogenannten „Föhnfischerln“, glatt gezogene Wolkenbänke.

Und wenn dann der Föhn „zusammenbricht“ – und das kommt immer! – dann kann die Luft rasch sehr stark abkühlen – Föhn kann also auch ein Vorbote für eine Kaltfront sein…

Ich möchte heute mit einem Spruch für Maria Lichtmess schließen, der da heißt:

Ist’s an Lichtmeß‘ hell und rein,
wird ein langer Winter sein.

Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.

 

Mein Buchtipp zur Wetterkunde:
„Das Wetterjahr in Österreich“ von Andreas Jäger und Manfred Bauer-Mirecka

 

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