Die Mistel

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Jetzt, wo die Bäume wieder kahl werden, sieht man sie besser im Geäst: die Mistel.

800px-illustration_viscum_album0Pflanze mit Tradition

In England und Frankreich beispielsweise erfreut sich die Mistel als beliebter Weihnachtsschmuck sogar einer längeren Tradition als der Weihnachtsbaum!
Die Mistel wirkt wie ein Schlüssel, der zur Weihnachtszeit die Tore öffnet. Wir hängen sie mit Vorliebe über dem Türbalken unserer Eingangstüren auf. Warum? Weil wir der Meinung sind, dass die Mistel Glück bringt, und zwar jedem, der in dieses Haus, diese Wohnung eintritt.
Ach ja, und wenn man unter dem Mistelzweig geküsst wird, dann ist das Glück im ganzen kommenden Jahr Gast in diesem Haus (und natürlich bedeutet es auch Glück für das küssende Pärchen 🙂 ). Darum wird die Mistel in manchen Gegenden auch „Kusszweig“ genannt…

 

Woher dieser Brauch stammt?

Wir finden Misteln hoch oben im Geäst der Bäume. Je nach Platz können sie sich kugelförmig nach allen Richtungen ausbreiten. Sie bleiben das ganze Jahr über grün. Und gerade rechtzeitig zum Beginn der kalten Jahreszeit, im November, dann erscheinen die weißen Fruchtperlen an den Zweigen der Misteln.

Das erscheint uns Menschen sonderbar. Und aus diesem Verhalten zogen die Vorvölker (beispielsweise die alten Germanischen Stämme und die Kelten) den Schluß, dass die Mistel ein ganz besonders Verhältnis zur Sonne haben müsste. Zum Schutz gegen Donner und Blitz wurden Mistelzweige damals vor allem in die Balken der Häuser gehängt.

Im Schwabenland werden Mistelzweige – in der Hoffnung, eine gute Obsternte zu erhalten – zu Weihnachten in die Obstbäume gehängt. In so manchem alpenländischen Schlafgemach erhoffte man sich durch das Aufhängen der Misteln reichen Kindersegen.
Eine gute Ehe wünschte man sich in der französischen Schweiz, wo sie in den Brautkranz und den Brautstrauß eingebunden wurden.

In manchen Gegenden wird die Mistel als „Hexenbesen“ bezeichnet – angeblich kann man sie als Fluggerät benutzen (anstelle eines Besens). Ich gebe zu, das hab ich noch nicht ausprobiert 🙂 .

Ich finde es interessant, dass Misteln weit verbreitet sind: man findet sie in Europa, Asien und Nordwestafrika. Allerdings: in Irland, Island und in Skandinavien gibt es keine…

 

Unterschiedliche Misteln – unterschiedliche Anwendungsgebiete

In der Heilkunde werden Misteln bereits seit der Antike verwendet. Je nach Wuchsort finden wir unterschiedliche Einsatzgebiete dafür. Es gibt Misteln, die ausschließlich auf Laubbäumen wachsen, aber es gibt auch solche, die auf Nadelbäumen ihr Zuhause haben. Misteln gehören zu den Sandelholzgewächsen (Santalaceae) – gewußt? Sie gehört zu den Halbschmarotzern – das bedeutet, sie sucht sich ihren Wirtsbaum aus, entzieht ihm Flüssigkeit und Nährstoffe (Mineralsalze).

Die Beeren sind weiß (wenngleich es meines Wissens nach auch gelbe Beeren gibt). Und je nach Untergrund (also auf welchem Baum sie wächst) wird die Mistel für unterschiedliche Heilzwecke eingesetzt. Besonders in der anthroposophischen Medizin findet man einige Mistelpräparate.

Die Inhaltsstoffe: Mistel-Lectine (=Proteine), Viscotoxine (Proteine mit schwefelhaltigen Aminosäuren), Flavonoide, Lignane, Kohlenhydrate und Triterpene.

 

Räuchern mit Misteln

Dazu verwende ich
1 Teil Mistelblätter, getrocknet (ich nehme gerne die vom letzten Jahr)
1 Teil Wurmfarnwedel, getrocknet
3 Teile Weihrauch (der beste, den Sie bekommen können!)
Gut mörsern und vermischen und an einem der Raunacht-Abende verräuchern.
Mit dieser Mischung ziehen Sie günstige Einflüsse für Ihr Leben und Ihr Haus an.

 

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